Der erste Urlaub mit dem Wohnwagen wird deutlich entspannter, wenn die grundlegende Ausrüstung vollständig ist. Allerdings führt nicht jedes Zubehör, das als unverzichtbar beworben wird, tatsächlich zu mehr Sicherheit oder Komfort.
Die folgende Liste enthält 15 Dinge, die sich für viele Einsteiger als sinnvoll erweisen. Prüfe vor dem Kauf immer, was bereits zum Wohnwagen gehört und was du auf deinem Stellplatz wirklich benötigst. Anforderungen können außerdem je nach Fahrzeug, Campingplatz und Reiseland abweichen.
1. CEE-Stromkabel
Auf den meisten Campingplätzen wird der Wohnwagen über einen blauen CEE-Anschluss mit Strom versorgt. Verwende eine für den Außeneinsatz geeignete, durchgehende CEE-Leitung vom Typ H07RN-F oder gleichwertig mit 2,5 mm² Leiterquerschnitt. Ihre Länge darf grundsätzlich höchstens 25 Meter betragen. Rolle das Kabel während der Benutzung vollständig ab.
2. Passender Stromadapter
Nicht jeder Stellplatz besitzt den gleichen Anschluss. Ein geeigneter Adapter kann deshalb hilfreich sein. Kaufe jedoch nicht vorsorglich mehrere Varianten, sondern prüfe vor der Reise, welche Anschlüsse der Campingplatz verwendet.
3. Trinkwassergeeigneter Schlauch oder Wasserkanister
Zum Auffüllen des Frischwassertanks benötigst du einen sauberen Schlauch oder einen handlichen Wasserkanister. Verwende ausschließlich Materialien, die ausdrücklich für Trinkwasser geeignet sind, und lagere sie getrennt von Abwasser- und Toilettenzubehör.
4. Unterlegkeile
Unterlegkeile verhindern, dass der abgestellte Wohnwagen wegrollt. Sie gehören zur grundlegenden Sicherheitsausrüstung und sollten zur Größe und zum Gewicht des Wohnwagens passen.
5. Auffahrkeile
Auf unebenen Stellplätzen helfen Auffahrkeile dabei, den Wohnwagen waagerecht auszurichten. Das ist nicht nur angenehmer, sondern kann auch für die Funktion des Kühlschranks und einen ruhigen Schlafplatz wichtig sein.
6. Kleine Wasserwaage
Mit einer kompakten Wasserwaage lässt sich schnell erkennen, ob der Wohnwagen gerade steht. Eine dauerhaft am Fahrzeug befestigte Kreuzwasserwaage ist praktisch, aber nicht zwingend notwendig.
7. Kurbel für die Stützfüße
Mit der passenden Kurbel werden die Stützfüße nach dem Ausrichten abgesenkt. Sie stabilisieren den Wohnwagen, dürfen aber nicht dazu verwendet werden, das gesamte Fahrzeug anzuheben. Prüfe vor der Abfahrt, ob die Kurbel wirklich an Bord ist.
8. Zusatzspiegel für das Zugfahrzeug
Wenn die vorhandenen Außenspiegel keine ausreichende Sicht an den Seiten des Wohnwagens ermöglichen, werden passende Zusatzspiegel benötigt. Sie müssen sicher befestigt sein und dürfen während der Fahrt nicht stark vibrieren.
9. Warndreieck, Warnwesten und Verbandkasten
Diese Sicherheitsausrüstung gehört griffbereit ins Zugfahrzeug und nicht unter Gepäck in den hintersten Stauraum. Informiere dich vor Auslandsreisen über die Vorschriften der jeweiligen Reise- und Transitländer.
10. Rauch- und Kohlenmonoxidmelder
Ein Rauchmelder warnt bei einem Brand. Ein Kohlenmonoxidmelder erkennt das unsichtbare und geruchlose Gas, das bei einer fehlerhaften Verbrennung entstehen kann. Beide Geräte sollten für den vorgesehenen Einsatz geeignet und regelmäßig geprüft werden.
11. Feuerlöschdecke oder geeigneter Feuerlöscher
Eine Löschdecke kann bei einem kleinen Fettbrand in der Küche hilfreich sein. Wasser darf dafür keinesfalls verwendet werden. Ein geeigneter Feuerlöscher bietet zusätzliche Sicherheit, ersetzt aber weder Vorsicht noch die schnelle Alarmierung der Feuerwehr.
12. Grundlegendes Werkzeug
Für kleinere Probleme reichen häufig wenige ausgewählte Werkzeuge: Schraubendreher, Zange, verstellbarer Schraubenschlüssel, Taschenlampe, Maßband, Arbeitshandschuhe und etwas geeignetes Reparaturband. Ein großer Werkzeugkoffer nimmt dagegen viel Platz und Zuladung in Anspruch.
13. Ersatzsicherungen und Leuchtmittel
Einige passende Ersatzsicherungen können unterwegs viel Ärger vermeiden. Prüfe vorher, welche Sicherungstypen im Wohnwagen verwendet werden. Bei fest verbauten LED-Leuchten ist ein klassisches Ersatzleuchtmittel möglicherweise nicht notwendig.
14. Rutschfeste Boxen und Sicherungsgurte
Während der Fahrt müssen Geschirr, Lebensmittel und andere Gegenstände sicher verstaut sein. Rutschfeste Boxen, Antirutschmatten und Gurte verhindern, dass sich der Inhalt der Schränke bewegt oder beim Öffnen herausfällt.
15. Grundausstattung für Reinigung und Hygiene
Dazu gehören unter anderem Handfeger, Lappen, ein kleiner Eimer, Müllbeutel und geeignete Reinigungsmittel. Falls dein Wohnwagen eine Toilette besitzt, benötigst du außerdem das dafür vorgesehene Sanitärzubehör. Beachte dabei die Herstellerangaben und die Entsorgungsregeln des Campingplatzes.
Was nicht sofort gekauft werden muss
Markise, Vorzelt, große Campingküche, Teppich, zusätzliche Schränke und umfangreiches Kochzubehör können den Aufenthalt angenehmer machen. Für die erste Reise sind diese Dinge aber nicht automatisch notwendig.
Fahre zunächst ein oder zwei kurze Touren. Dabei zeigt sich wesentlich zuverlässiger, welches Zubehör zu deinen Gewohnheiten passt. Wer alles im Voraus kauft, gibt häufig Geld für Gegenstände aus, die später nur Stauraum und wertvolle Zuladung beanspruchen.
Zuladung nicht unterschätzen
Jedes Zubehörteil erhöht das tatsächliche Gewicht des Wohnwagens. Maßgeblich ist nicht, wie viel Stauraum vorhanden ist, sondern wie viel Gewicht noch zugeladen werden darf. Kontrolliere deshalb die Fahrzeugunterlagen und wiege den beladenen Wohnwagen vor einer längeren Reise.
Fazit: Sicherheit kommt vor Komfort
Zur sinnvollen Wohnwagen-Erstausstattung gehören vor allem eine sichere Strom- und Wasserversorgung, Hilfsmittel zum Aufstellen, vorgeschriebene Fahrzeugausrüstung sowie Rauch- und Kohlenmonoxidmelder.
Komfortzubehör kannst du später gezielt ergänzen. So bleibt die erste Ausstattung übersichtlich, das zulässige Gewicht wird weniger belastet und du kaufst nur Dinge, die du beim Campen tatsächlich verwendest.
Weitere praktische Hinweise findest du in meinen Ratgebern zum Kochen im Wohnwagen oder im Freien sowie zur sicheren Campingküche bei Regen.
Wenn du mit deiner Grundausstattung außerhalb der Hauptsaison losfährst, kannst du zusätzlich bei den Übernachtungskosten sparen. In unserem Ratgeber „CampingCard ACSI: Lohnt sie sich wirklich?“ erfährst du, wann sich die Rabattkarte lohnt und mit welchen Einschränkungen du rechnen musst.

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