Kategorie: Camping-Tipps

  • Wohnwagen waagerecht ausrichten: Auffahrkeile, Stützrad und Stützen

    Wohnwagen waagerecht ausrichten: Auffahrkeile, Stützrad und Stützen

    Ein schräger Wohnwagen ist unbequem: Türen können zufallen, beim Schlafen liegt man ungünstig und manche Absorberkühlschränke reagieren auf starke Schräglage. Mit Wasserwaage, Auffahrkeil und Stützrad gelingt das Ausrichten meist schnell.

    Was du benötigst

    • Wasserwaage oder Kreuzwasserwaage
    • belastbaren Auffahrkeil oder Nivelliersystem
    • Unterlegkeile gegen Wegrollen
    • Kurbel und bei weichem Boden Stützplatten
    • bei Bedarf eine zweite Person zum Einweisen

    Der wichtigste Grundsatz

    Seitlich wird über die Räder ausgeglichen, längs über das Stützrad. Die Kurbelstützen stabilisieren anschließend. Sie sind normalerweise nicht dafür gedacht, den Wohnwagen anzuheben oder starke Schräglagen auszugleichen.

    1. Stellplatz prüfen

    Prüfe Boden, Gefälle und tragfähige Stellen, bevor du abkuppelst. Entferne große Steine und Äste aus dem Fahrweg. Auf weichem Untergrund können Keile oder Stützen einsinken.

    2. Querneigung messen

    Lege die Wasserwaage quer zur Fahrtrichtung auf eine geeignete waagerechte Fläche. Bestimme, welche Radseite zu niedrig steht.

    3. Niedrige Radseite anheben

    Positioniere den Auffahrkeil nach Herstelleranleitung. Fahre mit dem Zugfahrzeug oder bewege den Wohnwagen mit dem Mover langsam auf den Keil. Eine zweite Person kontrolliert Wasserwaage und Radposition. Bei Tandemachsern muss das System für beide Räder geeignet sein.

    4. Gegen Wegrollen sichern

    Wenn die Querneigung stimmt, ziehst du die Handbremse an und setzt geeignete Unterlegkeile. Auffahrkeile gleichen Höhe aus; Unterlegkeile verhindern Bewegung. Das ist nicht dasselbe.

    5. Abkuppeln und längs ausrichten

    Kupple den gesicherten Wohnwagen ab. Drehe das Stützrad hoch oder herunter, bis die Wasserwaage längs waagerecht zeigt. Kontrolliere danach beide Richtungen.

    6. Stützen absenken

    Senke die vier Stützen gleichmäßig bis zum festen Bodenkontakt. Auf weichem Boden helfen große Stützplatten. Hebe den Wohnwagen nicht mit einzelnen Stützen an, weil dadurch Rahmen und Aufbau ungünstig belastet werden können.

    Unsere Produktempfehlungen zum Ausrichten

    WERKTHOR Auffahrkeile im 2er-Set

    Die Auffahrkeile heben die tiefer stehende Radseite an und gleichen damit die Querneigung des Wohnwagens aus. Laut Anbieter sind sie extra hoch und bis 5 Tonnen belastbar. Prüfe trotzdem vor dem Kauf Abmessungen, Reifenbreite und zulässige Belastung für dein Gespann.


    Wiltec Unterlegplatten für Wohnwagenstützen im 4er-Set

    Die 225 × 165 × 20 mm großen HDPE-Platten verteilen den Druck der vier Stützen auf eine größere Fläche. Das hilft besonders auf Rasen, Erde oder anderem weichen Untergrund gegen Einsinken. Sie dienen der Stabilisierung – nicht dazu, den Wohnwagen anzuheben oder waagerecht auszurichten.

    * Affiliate-Link: Wenn du über diesen Link kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich bleibt der Preis gleich.

    Auffahrkeile auswählen

    • ausreichende Belastbarkeit
    • passende Breite für die Reifen
    • genügend Ausgleichshöhe
    • rutschhemmende Oberfläche
    • bei Tandemachse passende Länge
    • robuste und kompakte Lagerung

    Häufige Fehler

    • den Wohnwagen mit den Stützen anheben
    • nur nach Augenmaß arbeiten
    • Auffahr- und Unterlegkeile verwechseln
    • auf weichem Boden ohne Platten abstützen
    • unbekannte Belastungsgrenzen ignorieren

    Braucht man einen Mover?

    Nein. Oft reicht das Zugfahrzeug. Ein Mover erleichtert das genaue Positionieren auf engen Parzellen und auf dem Auffahrkeil, besonders wenn du allein reist.

    Passend dazu

    Wenn das Rangieren auf den Keil schwierig ist, erfährst du hier, wann ein Mover sinnvoll ist. Nach dem Aufstellen solltest du den Wohnwagen gegen Diebstahl sichern.

    Fazit

    Die Reihenfolge lautet: quer über das Rad ausgleichen, sichern und abkuppeln, längs über das Stützrad ausrichten und zuletzt stabilisieren. So steht der Wohnwagen bequem, ohne die Stützen zweckzuentfremden.

  • 9 Tipps gegen Kondenswasser

    9 Tipps gegen Kondenswasser

    Beschlagene Fenster, feuchte Polster und ein muffiger Geruch sind im Wohnmobil oder Wohnwagen mehr als nur lästig. Bleibt die Feuchtigkeit längere Zeit im Fahrzeug, können Materialien Schaden nehmen und Schimmel entstehen.

    Besonders häufig tritt Kondenswasser bei kaltem Wetter auf. Menschen geben beim Atmen und Schlafen Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Zusätzlich entstehen Wasserdampf beim Kochen, Duschen und Trocknen nasser Kleidung. Trifft die warme, feuchte Luft auf kalte Scheiben, Wände oder Metallteile, schlägt sich dort Wasser nieder.

    Mit den folgenden neun Tipps hältst du das Raumklima besser unter Kontrolle.

    1. Kontrolliere die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer

    Nach Gefühl lässt sich die Luftfeuchtigkeit nur schlecht beurteilen. Ein kleines digitales Thermo-Hygrometer zeigt dir Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit im Fahrzeug an.

    Als allgemeiner Orientierungsbereich gelten häufig etwa 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit. Im Camper können kalte Oberflächen jedoch schon früher feucht werden. Warte deshalb nicht auf einen bestimmten Grenzwert: Spätestens wenn Scheiben von innen beschlagen oder sich Wasser in Ecken sammelt, solltest du lüften und die Ursache prüfen.

    2. Lüfte kurz und kräftig

    Öffne Fenster oder Dachluken für einige Minuten weit, damit feuchte Innenluft schnell durch trockenere Außenluft ersetzt wird. Wenn möglich, öffne gegenüberliegende Öffnungen und sorge kurz für Durchzug.

    Dauerhaft gekippte Fenster sind bei kaltem Wetter meist ungünstig. Dabei geht viel Wärme verloren und angrenzende Flächen können auskühlen. Lüfte besonders nach dem Schlafen, Kochen oder Duschen und heize den Innenraum anschließend wieder auf.

    Weitere Hinweise zu Heizung, Frostschutz und Ausrüstung findest du in unseren 12 Tipps zum Wintercamping mit Wohnmobil und Wohnwagen.

    3. Halte das Fahrzeug gleichmäßig warm

    Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. Gleichzeitig bleiben beheizte Oberflächen wärmer, wodurch sich dort weniger schnell Kondenswasser bildet.

    Lass einzelne Bereiche nicht vollständig auskühlen und halte die warme Luft im Fahrzeug in Bewegung. Heizungsöffnungen dürfen nicht durch Gepäck, Teppiche oder Möbel verdeckt werden. Beachte dabei immer die Bedienungs- und Sicherheitshinweise des Fahrzeug- und Heizungsherstellers.

    4. Begrenze Wasserdampf beim Kochen

    Beim Kochen gelangt in kurzer Zeit viel Feuchtigkeit in den kleinen Innenraum. Verwende möglichst Topfdeckel und schalte eine vorhandene Dunstabzugshaube oder Lüftung ein.

    Öffne zusätzlich ein Fenster oder eine Dachluke entsprechend den Vorgaben des Geräteherstellers. Besonders beim Betrieb von Gasgeräten müssen die vorgesehenen Lüftungsöffnungen frei bleiben. Nach dem Kochen solltest du den Innenraum nochmals kurz kräftig lüften.

    Wie du den begrenzten Raum sinnvoll ausstattest, zeigen wir in unserem Ratgeber zur Wohnwagenküche mit neun wirklich nützlichen Dingen.

    5. Trockne nasse Kleidung möglichst außerhalb des Wohnraums

    Nasse Jacken, Schuhe, Handtücher und Sportausrüstung geben über Stunden Feuchtigkeit ab. Hänge sie deshalb möglichst in einem geeigneten Vorzelt, Trockenraum oder beheizten Sanitärbereich auf.

    Wenn das nicht möglich ist, beschränke das Trocknen auf einen gut belüfteten Bereich und kontrolliere die Luftfeuchtigkeit häufiger. Lege nasse Gegenstände nicht auf Polster, Matratzen oder in geschlossene Staufächer.

    6. Sorge hinter Polstern und Matratzen für Luftzirkulation

    Feuchtigkeit sammelt sich bevorzugt dort, wo warme Luft kaum hinkommt: unter Matratzen, hinter Rückenpolstern, in Ecken und an Außenwänden. Kontrolliere diese Stellen regelmäßig mit der Hand und auf sichtbare Feuchtigkeit.

    Halte vorhandene Lüftungsspalten frei und stelle Gepäck nicht dicht an kalte Außenwände. Hebe Matratzen während längerer Standzeiten gelegentlich an und lasse feuchte Stellen vollständig trocknen. Spezielle Abstandsgewebe können die Belüftung unter einer Matratze unterstützen, beseitigen aber keine undichte Stelle oder falsches Lüftungsverhalten.

    7. Entferne sichtbares Kondenswasser sofort

    Wische beschlagene Scheiben, Fensterrahmen und feuchte Ecken mit einem saugfähigen Tuch trocken. Wringe das Tuch außerhalb des Fahrzeugs aus oder bewahre es bis zum Trocknen in einem geeigneten Behälter auf.

    Das Abwischen senkt die Feuchtigkeitsmenge und schützt empfindliche Materialien. Es ersetzt jedoch nicht das Lüften und Heizen, weil sich weiterhin Wasserdampf in der Raumluft befindet.

    8. Verlasse dich nicht allein auf Luftentfeuchter

    Elektrische Luftentfeuchter können bei längeren Standzeiten oder hartnäckiger Feuchtigkeit helfen, benötigen aber Strom und müssen für den kleinen Innenraum geeignet sein. Behälter mit Granulat nehmen nur eine begrenzte Wassermenge auf und können bei unsicherer Aufstellung auslaufen.

    Solche Hilfsmittel behandeln außerdem nur die Feuchtigkeit, nicht deren Ursache. Bei regelmäßiger Nutzung des Fahrzeugs bleiben richtiges Lüften, angemessenes Heizen und weniger Wasserdampf im Innenraum die wichtigsten Maßnahmen.

    9. Unterscheide Kondenswasser von einer Undichtigkeit

    Nicht jede feuchte Stelle entsteht durch falsches Lüften. Tritt Wasser wiederholt nur an derselben Stelle auf, besonders nach Regen oder während der Fahrt, können beschädigte Dichtungen, Fenster, Dachhauben oder Außenanschlüsse die Ursache sein.

    Kontrolliere Fugen und Dichtungen regelmäßig, ohne ungeeignete Dichtmittel darüberzuschmieren. Bei anhaltender Feuchtigkeit, weichen Wandstellen oder muffigem Geruch sollte eine Fachwerkstatt eine Feuchtigkeitsmessung und Dichtigkeitsprüfung durchführen. Je früher ein Wasserschaden erkannt wird, desto geringer ist meist der Reparaturaufwand.

    Fazit: Feuchtigkeit beobachten, bevor Schäden entstehen

    Kondenswasser lässt sich in einem bewohnten Wohnmobil oder Wohnwagen nicht vollständig vermeiden. Entscheidend ist, dass die Feuchtigkeit nicht dauerhaft im Fahrzeug bleibt.

    Kontrolliere das Raumklima mit einem Hygrometer, lüfte nach dem Schlafen und Kochen, halte das Fahrzeug angemessen warm und überprüfe regelmäßig kalte sowie schlecht belüftete Stellen. Wenn trotz dieser Maßnahmen immer wieder dieselbe Stelle feucht wird, solltest du nicht weiterlüften und hoffen, sondern eine mögliche Undichtigkeit prüfen lassen.

  • Wintercamping für Anfänger: 12 wichtige Tipps für Wohnmobil und Wohnwagen

    Wintercamping für Anfänger: 12 wichtige Tipps für Wohnmobil und Wohnwagen

    Wintercamping kann wunderschön sein: ruhige Campingplätze, verschneite Landschaften und gemütliche Abende im warmen Wohnmobil oder Wohnwagen. Gleichzeitig stellt die Kälte höhere Anforderungen an Fahrzeug, Heizung, Wasserversorgung und Ausrüstung.

    Für den ersten Winterurlaub solltest du deshalb nicht einfach deine normale Sommerausstattung einpacken. Mit der richtigen Vorbereitung lassen sich viele typische Probleme wie eingefrorene Leitungen, hoher Gasverbrauch oder zu viel Feuchtigkeit vermeiden.

    1. Prüfe, ob dein Fahrzeug wintertauglich ist

    Nicht jedes Wohnmobil und jeder Wohnwagen ist automatisch für längere Aufenthalte bei Minusgraden geeignet. Wichtig sind eine funktionierende Heizung, eine ausreichende Isolierung und möglichst frostgeschützte Wasserleitungen und Tanks.

    Prüfe in der Bedienungsanleitung, welche Temperaturen dein Fahrzeug verträgt und welche Vorgaben der Hersteller für den Winterbetrieb macht. Bei Mietfahrzeugen solltest du ausdrücklich nachfragen, ob Wintercamping erlaubt und technisch vorgesehen ist.

    2. Wähle einen geeigneten Wintercampingplatz

    Viele Campingplätze schließen nach der Sommersaison. Suche deshalb gezielt nach ganzjährig geöffneten Plätzen und prüfe vor der Buchung, welche Einrichtungen im Winter tatsächlich verfügbar sind.

    Hilfreich sind beheizte Sanitäranlagen, eine zuverlässige Stromversorgung, geräumte Zufahrten und Möglichkeiten zum Trocknen nasser Kleidung. In beliebten Wintersportregionen können geeignete Plätze rund um Weihnachten, Silvester und die Ferien früh ausgebucht sein.

    3. Bereite Fahrzeug und Reifen auf winterliche Straßen vor

    Kontrolliere vor der Abfahrt Reifen, Bremsen, Batterie, Beleuchtung, Scheibenwaschanlage und Frostschutz. Informiere dich außerdem über die Winterreifen- und Schneekettenvorschriften in allen Ländern und Regionen deiner Route.

    Schneeketten gehören griffbereit ins Fahrzeug und nicht unter das übrige Gepäck. Übe die Montage möglichst vor der Reise – bei Dunkelheit und Schneefall ist es dafür zu spät.

    4. Plane ausreichend Heizenergie ein

    Bei niedrigen Temperaturen steigt der Gas- oder Stromverbrauch deutlich. Wie lange eine Gasflasche reicht, hängt stark von Außentemperatur, Fahrzeuggröße, Isolierung und gewünschter Innentemperatur ab. Verlasse dich deshalb nicht auf eine feste Verbrauchsangabe.

    Nimm ausreichend Vorrat mit und kläre vorher, wo du am Reiseziel passende Gasflaschen tauschen oder auffüllen kannst. Anschlüsse und Flaschensysteme unterscheiden sich je nach Land. Kontrolliere außerdem, ob die vorgeschriebene Gasprüfung noch gültig ist und die Anlage störungsfrei funktioniert.

    5. Heize sicher und halte Lüftungsöffnungen frei

    Verwende nur fest eingebaute oder ausdrücklich für Campingfahrzeuge zugelassene Heizgeräte nach Herstellervorgabe. Gaskocher, Grillgeräte und offene Flammen sind keine Raumheizung.

    Lüftungsöffnungen und Abgaswege dürfen niemals zugestellt oder durch Schnee und Eis blockiert werden. Kontrolliere besonders nach starkem Schneefall den Bereich um Kamin und Außenöffnungen. Ein Kohlenmonoxidmelder kann zusätzliche Sicherheit bieten, ersetzt aber weder eine geprüfte Gasanlage noch richtiges Lüften.

    6. Schütze Wasserleitungen und Tanks vor Frost

    Bei wintertauglichen Fahrzeugen liegen Frischwassertank und Leitungen häufig im beheizten Innenbereich. Außenliegende oder unbeheizte Leitungen, Ablassventile und Abwassertanks können dagegen einfrieren.

    Informiere dich anhand der Fahrzeuganleitung, wie das Wassersystem bei Frost betrieben werden muss. Halte den Innenraum ausreichend warm und prüfe regelmäßig, ob Wasserhähne, Pumpe und Abläufe funktionieren. Für außenliegendes Abwasser kann ein geeigneter Behälter oft praktischer sein als ein gefüllter, ungeschützter Tank.

    7. Prüfe Stromanschluss und Batterie

    Kälte verringert die nutzbare Leistung vieler Batterien, während Heizung, Gebläse und Beleuchtung gleichzeitig mehr Energie benötigen. Kontrolliere deshalb vor der Reise den Zustand von Aufbau- und Starterbatterie.

    Verwende im Außenbereich nur geeignete, für den Campingbetrieb zugelassene Kabel und Anschlüsse. Rolle Kabeltrommeln vollständig ab und verlege das Kabel so, dass es weder im Wasser liegt noch durch Räumfahrzeuge beschädigt werden kann. Prüfe vor der Nutzung zusätzlicher Elektroheizungen, welche Leistung der Anschluss des Campingplatzes und die Elektrik deines Fahrzeugs tatsächlich vertragen.

    Wie du Strom- und Wasserversorgung unabhängig vom Campingplatz planst, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber „Autark mit dem Wohnmobil: Strom und Wasser einfach erklärt“.

    8. Lüfte regelmäßig gegen Feuchtigkeit

    Beim Atmen, Kochen und Trocknen nasser Kleidung entsteht viel Feuchtigkeit. An kalten Fenstern und Außenwänden kann sich schnell Kondenswasser bilden. Das begünstigt unangenehme Gerüche und langfristig auch Schimmel.

    Lüfte mehrmals täglich kurz und kräftig, statt Fenster dauerhaft nur zu kippen. Wische sichtbares Kondenswasser ab und halte vorhandene Zwangsbelüftungen frei. Beim Kochen solltest du Deckel verwenden und Wasserdampf möglichst direkt abführen.

    Ausführliche Hilfe zu beschlagenen Fenstern, feuchten Polstern und schlecht belüfteten Schlafbereichen findest du in unseren 9 Tipps gegen Kondenswasser im Wohnmobil und Wohnwagen.

    9. Isoliere Fenster und Fahrerhaus sinnvoll

    Über große Fensterflächen und das Fahrerhaus geht besonders viel Wärme verloren. Passende Thermomatten können den Wärmeverlust reduzieren und gleichzeitig die Bildung von Kondenswasser begrenzen.

    Achte darauf, dass Matten sicher befestigt sind und vorgeschriebene Lüftungsöffnungen nicht verdecken. Teppiche oder geeignete Bodenmatten sorgen zusätzlich für wärmere Füße, dürfen aber Fluchtwege, Heizungsöffnungen und technische Klappen nicht blockieren.

    10. Nimm geeignete Winterausrüstung mit

    Zur Grundausstattung gehören Schneeschaufel, Besen, Eiskratzer, Handschuhe, Taschenlampe und ein geeignetes Enteisungsmittel. Je nach Reiseziel sind Schneeketten, Anfahrhilfen und zusätzliche Unterlegkeile sinnvoll oder vorgeschrieben.

    Entferne Schnee regelmäßig von Dach, Solarmodulen, Lüftungsöffnungen und dem Bereich des Kamins. Klettere dafür nicht ungesichert auf ein glattes Fahrzeugdach, sondern verwende nach Möglichkeit geeignetes Werkzeug vom Boden oder eine standsichere Arbeitsmöglichkeit.

    Wenn du deinen Wohnwagen zum ersten Mal ausstattest, findest du in unserer Wohnwagen-Erstausstattung weitere praktische Grundlagen für die Reise.

    11. Plane Platz für nasse Kleidung ein

    Nasse Jacken, Schuhe und Handtücher erhöhen die Feuchtigkeit im kleinen Innenraum erheblich. Lege deshalb vorher fest, wo diese Dinge trocknen können, ohne Betten, Polster oder Luftwege zu blockieren.

    Ein Wintervorzelt oder ein geschützter Eingangsbereich kann dafür hilfreich sein. Es hält außerdem einen Teil von Schnee, Nässe und kalter Zugluft vom Wohnraum fern. Prüfe aber, ob das Vorzelt für Schnee und Wind geeignet ist und wie es sicher befestigt werden muss.

    12. Bereite dich auf Verzögerungen und Pannen vor

    Wetterumschwünge, gesperrte Straßen oder eine ausgefallene Heizung können Reisepläne schnell verändern. Halte deshalb eine Notreserve aus warmen Decken, Trinkwasser, haltbaren Lebensmitteln, Medikamenten und geladenen Powerbanks bereit.

    Kontrolliere vor jeder Etappe Wetterlage und Straßenverhältnisse. Plane ausreichend Kraftstoff beziehungsweise Akkureserve ein und lege eine Ausweichroute oder zusätzliche Übernachtungsmöglichkeit fest. Wenn die Technik ausfällt oder die Bedingungen unsicher werden, ist eine beheizte Unterkunft die vernünftigere Lösung als das Durchhalten im ausgekühlten Fahrzeug.

    Fazit: Gute Vorbereitung macht Wintercamping sicher und gemütlich

    Wintercamping ist anspruchsvoller als eine Reise im Sommer, aber mit einem geeigneten Fahrzeug und sorgfältiger Vorbereitung gut machbar. Besonders wichtig sind eine zuverlässige Heizung, ausreichend Energie, Frostschutz, regelmäßiges Lüften und eine realistische Planung für schlechtes Wetter.

    Teste Heizung, Wasseranlage und Stromversorgung möglichst vor der Abfahrt. So entdeckst du Probleme zu Hause und nicht erst bei Minusgraden auf dem Campingplatz.

    Vor der Abfahrt hilft dir außerdem unsere Checkliste „Erste Wohnmobilreise: 12 Punkte vor der Abfahrt“, damit Fahrzeug, Dokumente und Ausrüstung vollständig kontrolliert sind.

  • CampingCard ACSI: Lohnt sie sich wirklich? Unsere Erfahrungen in Italien und Kroatien

    CampingCard ACSI: Lohnt sie sich wirklich? Unsere Erfahrungen in Italien und Kroatien

    Die CampingCard ACSI verspricht günstigeres Campen in der Nebensaison. Statt den Stellplatz und jede Person einzeln zu bezahlen, gilt auf teilnehmenden Campingplätzen ein festgelegter Übernachtungspreis für zwei Personen. Das kann die Reisekosten deutlich senken.

    Wir haben die Karte vor allem bei Campingreisen nach Italien und Kroatien genutzt. Dabei zeigte sich jedoch auch: Ob sich die CampingCard wirklich lohnt, hängt von der Reisezeit und den eigenen Wünschen an den Stellplatz ab. Wer flexibel reist, kann viel Geld sparen. Wer dagegen in den Schulferien unterwegs ist oder einen bestimmten Platz direkt am Wasser möchte, profitiert möglicherweise weniger.

    In diesem Ratgeber erfährst du, wie die CampingCard ACSI funktioniert, welche Vor- und Nachteile wir erlebt haben und für wen sie sich besonders lohnt.

    Was ist die CampingCard ACSI?

    Die CampingCard ACSI ist eine Rabattkarte für die Vor- und Nachsaison. Auf teilnehmenden Campingplätzen zahlst du einen festgelegten Übernachtungspreis. Dieser richtet sich nach einer von mehreren Tarifstufen des jeweiligen Platzes.

    Der große Unterschied zur normalen Preisberechnung: Häufig werden ohne Rabattkarte der Stellplatz, die mitreisenden Personen und einzelne Leistungen getrennt berechnet. Beim ACSI-Tarif sind der Stellplatz und zwei Erwachsene bereits im vereinbarten Preis enthalten. Dadurch lässt sich besonders bei mehreren Übernachtungen einiges sparen.

    Welche Leistungen genau eingeschlossen sind, sollte man vor der Buchung beim jeweiligen Campingplatz prüfen. Auch die Zeiträume, in denen der ACSI-Tarif gilt, unterscheiden sich. Wunschplätze, größere Parzellen oder besonders schön gelegene Stellplätze können ausgeschlossen sein oder einen Aufpreis kosten.

    Unsere Erfahrungen mit ACSI in Italien und Kroatien

    Als unsere Kinder noch klein waren, konnten wir fast ausschließlich während der Schulferien verreisen. Genau dann war die CampingCard für uns häufig weniger interessant, weil viele vergünstigte ACSI-Zeiträume außerhalb der Hauptsaison liegen.

    Später reisten wir zwar flexibler, legten aber mehr Wert auf die Lage des Stellplatzes. Besonders in Italien und Kroatien wollten wir gerne möglichst weit vorne und nah am Wasser stehen. Solche bevorzugten Stellplätze waren zum günstigen ACSI-Tarif nicht immer verfügbar. Teilweise musste man eine andere Platzkategorie wählen oder für die gewünschte Lage mehr bezahlen.

    Trotzdem waren unsere Erfahrungen insgesamt positiv. Auch wenn wir nicht immer den Wunschplatz bekamen, erhielten wir für vergleichsweise wenig Geld einen schönen und brauchbaren Stellplatz. Wer bei der genauen Lage flexibel ist, kann mit der CampingCard deshalb spürbar sparen.

    Für wen lohnt sich die CampingCard ACSI?

    Besonders interessant ist die CampingCard für Camper, die außerhalb der Hauptsaison reisen können und bei der Stellplatzwahl flexibel bleiben. Schon bei wenigen Übernachtungen kann die Ersparnis den Preis der Karte ausgleichen.

    Die CampingCard passt besonders gut zu dir, wenn du:

    • überwiegend in der Vor- oder Nachsaison reist,
    • mehrere Campingplätze während einer Reise besuchst,
    • nicht zwingend eine bestimmte Parzelle benötigst,
    • auch mit einem Stellplatz in der zweiten oder dritten Reihe zufrieden bist,
    • deine Übernachtungskosten besser kalkulieren möchtest.

    Weniger geeignet ist sie, wenn du nur während der Hauptsaison verreisen kannst oder ausschließlich besonders große, luxuriöse beziehungsweise direkt am Wasser gelegene Stellplätze buchen möchtest. In diesem Fall solltest du vorab genau prüfen, ob deine gewünschte Platzkategorie zum ACSI-Tarif angeboten wird.

    Vorteile und Nachteile im Überblick

    Vorteile

    • feste und gut kalkulierbare Übernachtungspreise
    • Stellplatz und zwei Erwachsene bereits im Tarif enthalten
    • große Auswahl teilnehmender Campingplätze in Europa
    • besonders interessant für Reisen in der Nebensaison
    • mögliche Ersparnis bereits nach wenigen Übernachtungen
    • geeignet für Rundreisen mit mehreren Zwischenstopps

    Nachteile

    • die Vergünstigung gilt nicht während aller Reisezeiträume
    • bevorzugte oder besonders schön gelegene Stellplätze können ausgeschlossen sein
    • mögliche Aufpreise für bestimmte Platzkategorien oder Zusatzleistungen
    • während der Schulferien ist die Karte häufig weniger nützlich
    • Bedingungen und verfügbare ACSI-Plätze unterscheiden sich je nach Campingplatz
    • wer nur selten campt, spart möglicherweise weniger als der Kaufpreis der Karte

    Was kostet die CampingCard ACSI?

    Die CampingCard ACSI ist 2026 je nach Ausgabe und Variante ab 20,95 Euro erhältlich. Auf den teilnehmenden Campingplätzen gelten acht feste Übernachtungstarife von 13, 15, 17, 19, 21, 23, 25 oder 27 Euro für zwei Personen.

    Nach Angaben von ACSI kann sich die Anschaffung bereits ab vier Übernachtungen rechnen. Ob das im Einzelfall stimmt, hängt jedoch davon ab, was der Campingplatz ohne Karte kosten würde und welche zusätzlichen Gebühren anfallen.

    Im Festpreis sind bis zu 4 kWh Strom pro Tag enthalten. Kurtaxe, Umweltabgaben, zusätzlicher Stromverbrauch und besondere Platzkategorien können zusätzlich berechnet werden. Deshalb solltest du vor der Anreise immer die Angaben des jeweiligen Campingplatzes prüfen.

    Die aktuellen Varianten, Preise und enthaltenen Leistungen findest du direkt auf der offiziellen Seite der CampingCard ACSI.

    Preis- und Tarifstand: September 2026. Preise und Bedingungen können sich ändern.

    So holst du mehr aus der CampingCard heraus

    Prüfe vor jeder Reise, in welchem Zeitraum der gewünschte Campingplatz die Karte akzeptiert. Die Gültigkeitszeiträume können sich von Platz zu Platz unterscheiden.

    Vergleiche außerdem den ACSI-Tarif mit dem regulären Gesamtpreis für Stellplatz und Personen. Ein niedriger Festpreis ist attraktiv, aber nur dann ein echter Vorteil, wenn die gewünschte Platzkategorie verfügbar ist und keine hohen Zusatzkosten entstehen.

    Wenn dir die Lage wichtig ist, solltest du vor der Buchung nachfragen, welche Parzellen zum ACSI-Tarif angeboten werden. So vermeidest du die Erwartung, automatisch einen Platz in erster Reihe oder direkt am Wasser zu erhalten.

    Passende Reisevorbereitung

    Planst du deine erste Tour mit dem Wohnmobil? Dann hilft dir unsere Checkliste „Erste Wohnmobilreise: 12 Punkte vor der Abfahrt“ bei der Vorbereitung.

    Wenn du mit einem Wohnwagen unterwegs bist, findest du in unserem Ratgeber „Wohnwagen-Erstausstattung: 15 Dinge, die Anfänger wirklich brauchen“ eine praktische Grundausstattung.

    Unser Fazit: Lohnt sich die CampingCard ACSI?

    Für flexible Camper, die in der Vor- oder Nachsaison unterwegs sind, kann sich die CampingCard schnell lohnen. Besonders auf einer längeren Reise durch Italien oder Kroatien lassen sich die Übernachtungskosten damit besser planen und häufig deutlich reduzieren.

    Wer dagegen an die Schulferien gebunden ist oder nur einen bestimmten Premiumstellplatz akzeptiert, sollte vor dem Kauf genauer rechnen. Unsere Erfahrung zeigt: Man bekommt nicht immer den bevorzugten Platz, aber häufig trotzdem einen schönen Stellplatz zu einem günstigen Preis.